Heilig Geist-Krankenhaus

Epilepsie

Anfallsfreiheit ist möglich

Häufigkeit - Epiedmiologie
Die Epilepsie ist eine häufige Erkrankung. In einer Stadt wie Köln mit etwa einer Million Einwohnern leben etwa 7000 bis 8000 Menschen mit Epilepsie. Von 100 Menschen erleiden etwa zehn einmal im Leben einen epileptischen Anfall. Das Risiko, eine Epilepsie zu entwickeln, wird in den letzten Jahren höher eingeschätzt als früher, was vor allem an den sogenannten Altersepilepsien liegt. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie entwickeln fünf von 100 Menschen eine Epilepsie.

 

Definition
Während grundsätzlich jedes Gehirn einen epileptischen Anfall erleiden kann, ist die Epilepsie definiert als die Bereitschaft des Gehirnes, immer wieder epileptische Anfälle zu generieren. Insofern bedeutet ein epileptischer Anfall noch keine Epilepsie. Zeigen sich jedoch typische Veränderungen in der Bildgebung und Elektroenzephalogramm (EEG) sollten weitere Untersuchungen folgen.

 

Anfallsarten- und Abläufe
Solche Anfälle können vielgestaltig sein. Je nachdem, wo im Gehirn die Störung liegt, unterscheiden sich die Anfälle deutlich. Bekannt sind die sogenannten generalisiert tonisch klonischen („Große“ oder Grand Mal-) Anfälle mit Bewußtseinsverlust und „Zuckungen“ von Armen und Beinen und „Schaum vor dem Mund“. Die meisten epileptischen Anfälle sind weniger auffällig. Häufig sind die Betroffenen dabei eine Zeitlang nicht in der Lage, ihre Umwelt wahrzunehmen oder zu adäquat zu reagieren, so dass Leistungsabfälle in der Schule oder im Beruf und Unfälle passieren und dadurch für die Betroffenen ein großes Problem darstellen.

Die Häufigkeit, mit der diese Anfälle auftreten, ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen haben sehr selten (etwa ein Mal pro Jahr oder seltener) Anfälle. Andere erleiden mehrmals wöchentlich oder häufiger Anfälle. Manche haben nur nachts, nur morgens beim Aufwachen oder nur am Wochenende Anfälle.

Bemerkt man nun an sich selbst oder anderen Abwesenheitszustände oder kam es zu Stürzen Ursache oder Bewusstseinsverlust, so stellt sich die Frage, ob es sich hier um epileptische Anfälle handeln kann.

In Anbetracht des sehr individuellen Auftretens der Erkrankung bedarf es einer engmaschigen Kontrolle und Anbindung an epileptologisch erfahrene Ärzte, wie sie in der hochspezialisierten §116b-Ambulanz für Epilepsie der Klinik für Neurologie am Heilig Geist-Krankenhaus vorgehalten werden.

 

Diagnostik und Therapie
Zunächst würden wir durch die detaillierte Beschreibung von Betroffenen und Angehörigen möglichst viel über den Ablauf zu erfahren. Eventuell gibt es im Zeitalter der Smartphones sogar einen Film zur Dokumentation.

In Verdachtsfällen können erweiterte apparative (umfassende EEG-Untersuchungen, CT und/oder MRT) oder laborchemische (Blut, Nervenwasser) Untersuchungen notwendig sein, die zum Teil ambulant in der Spezialambulanz für Epilepsie oder im Falle komplexer Fragestellungen während eines stationären Aufenthaltes in der Klinik für Neurologie durchgeführt werden.

Während des stationären Aufenthaltes erfolgt im Zuge einer Komplextherapie der Epilepsie neben der medikamentösen Ein- oder Umstellung auch ein umfassendes therapeutisches Programm unter Einbeziehung psychosozialer Faktoren.

Wird die Diagnose einer Epilepsie gestellt, wird in den meisten Fällen die erste Empfehlung eine medikamentöse Therapie sein. Da es sich hier meist um eine Dauertherapie handelt, ist eine frühzeitige Abwägung der jeweils optimalen Therapie für jeden einzelnen Patienten notwendig.

Die meisten Patienten (etwa 70%) werden unter Behandlung mit einem einzelnen Medikament anfallsfrei. Bei einem kleineren Teil müssen evtl. mehrere Medikamente, vielleicht auch in Kombination, individuell entsprechend ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit eingesetzt werden.

 

Sozialmedizinische Beratung
Neben der medikamentösen Behandlung ergeben sich umfassende Fragen hinsichtlich Schule, Beruf, Sport, Kinderwunsch und Führerschein, die im Rahmen der Ambulanz besprochen werden.

Ziel der Behandlung in der Spezialambulanz für Epilepsie der Klinik für Neurologie am Heilig Geist-Krankenhaus ist es, dass Menschen mit einer Epilepsie ein mit so geringen Einschränkungen wie möglich normales Leben führen können. Dafür ist es wichtig, seine Krankheit gut zu kennen und sie nicht in den Lebensmittelpunkt zu lassen. 

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Seniorenhaus St. Anna