Heilig Geist-Krankenhaus

Botulinumtoxin-Therapie

Ambulanz für Bewegungsstörung und Therapie mit Botulinumtoxin

In der Ambulanz können privatärztlich Versicherte uneingeschränkt, gesetzlich Versicherte nur auf Zuweisung von niedergelassenen Fachärzten für Neurologie oder Nervenärzten eine umfassende Therapie mit Botulinumtoxinen bei den unterschiedlichsten neurologischen Krankheiten erhalten.

Hierzu gehören zum einen Bewegungsstörungen, wie die zervikale Dystonie (Schiefhals), der Blepharospasmus (Lidkrampf) und Spasmus hemifazialis (Verkrampfung einer Gesichtsseite), ebenso wie Bewegungsstörungen von einem oder mehreren Gliedern (z. B. Schreibkrampf und Spastik nach Schlaganfall) sowie nach frühkindlicher Hirnschädigung (infantile Zerebralparese – ICP) oder Spätdyskinesien.

Darüber hinaus kann krankhaft verstärktes Schwitzen (Hyperhidrose) von Händen, Achseln und anderen Körperpartien ebenso erfolgreich behandelt werden wie die spezielle Kopfschmerzform der chronischen Migräne und weiteren nervlichen Fehlfunktionen (Zähneknirschen-Bruxismus, Speichelfluss-Hypersalivation, etc.).

Botulinumtoxin ist ein Toxin des Bakteriums Clostridium botulinum. Es hemmt nach gezielter Gabe in den Muskel die Freisetzung eines Überträgerstoffes (Acetylcholin) an dem Übergang von Nerv zu Muskel (neuromuskuläre Endplatte) und lähmt dadurch den behandelten Muskel. Dieser Effekt setzt nach ca. einer Woche ein und kann dann für Wochen bis zu vielen Monaten anhalten. Aufgrund des spezifischen Wirkmechanismus können zwar geringe Mengen des Toxins zu ausgeprägten klinischen Wirkungen bis zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen, in denen zur Verfügung stehenden pharmazeutischen Präparation und gezielten Anwendungen sind jedoch, über die unter Umständen verstärkte Schwächung umschriebener Muskeln hinaus, keine Nebenwirkungen zu verzeichnen / erwarten.

Aufgrund der Vielfältigkeit und Notwendigkeit des gezielten Aufsuchens von Muskeln ist eine spezielle langjährige Erfahrung für in der differenzierten Diagnosestellung verschiedene Bewegungsstörungen, der Identifikation der zu behandelnden Muskeln und die Entscheidung über die notwendige Dosierung erforderlich.

In der Botulinumtoxin-Ambulanz werden alle zur Zeit zugelassenen Präparate (Botox®, Disport®, Xeomin® (Präparation von Botulinumtoxin Typ A)) verwendet. Zudem steht Neurobloc® als Präparation von Botulinomtoxin Typ B zur Verfügung.

Eine Therapie mit Botulinumtoxin darf nicht bei sonstigen Muskelschwächen durchgeführt werden, dazu gehören z. B. neben Myastenia gravis, Myopathien und neuromuskuläre Erkrankungen dazu, sowie während Schwangerschaft und Stillzeit.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass keine Gerinnungsstörungen vorliegen, einschließlich der Einnahme von oralen oder anderen Antikoagulantien, wie Marcumar, Xarelto, Pradaxa und Eliquis sowie Heparin. Gegebenenfalls müssen diese ausreichend lange pausiert werden.

In seltenen Fällen können sich Antikörper gegen das Botulinumtoxin entwickeln, was einen Wirkverlust zur Folge haben kann, der jedoch nur bei <5 % der Patienten überhaupt auftritt.

Da sich im Anschluss an die einsetzende Wirkung der Botulinumtoxine die blockierten Nervenverbindungen wieder aufbauen (sogenanntes Sprouting) kommt es nach ca. drei Monaten zu einem Abklingen der Effekte, so dass eine erneute gezielte Behandlung, wie oben ausgeführt, notwendig ist.

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Seniorenhaus St. Josef